Wärmedämmung

Deutsche dämmen wie die Weltmeister – andere Maßnahmen wären für das Klima besser

Finanzen100 Von FOCUS-Online-Redakteur Matthias Hochstätter

Eine halbe Billion Euro sind seit dem Jahr 2010 in die Dämmung von Gebäuden geflossen. Effekt für den Klimaschutz: kaum messbar. Zuletzt ist der CO2-Ausstoß im Gebäudesektor sogar wieder gestiegen. Experten schlagen jetzt Alarm und warnen vor weiteren Fehlinvestitionen. Wo das viele Geld besser aufgehoben wäre. Nur um 2,6 Prozent ist der CO2-Ausstoß im Gebäudebereich in den letzten zehn Jahren zurückgegangen. Eine Studie der Berliner Wirtschaftsforscher vom DIW und des Essener Energie-Dienstleisters Ista sorgt bei Klimaschützern für lange Gesichter: Der Studie zufolge hat es zwar insgesamt einen CO2-Emissionsrückgang von 20,7 Prozent im Wohngebäudesektor seit 2010 gegeben. Doch ist dieser zum größten Teil den wärmeren Wintern zu verdanken. Temperatur- und witterungsbereinigt sind die CO2-Emissionen in den vergangenen zehn Jahren lediglich um 2,6 Prozent gesunken.

Dämmen bis der Arzt kommt: 496 Milliarden Euro bleiben wirkungslos

Ein enttäuschendes Ergebnis für den Klimaschutz, aber auch für die Bundesregierung, die das Dämmen fördert und vorschreibt: Von 2010 bis 2018 flossen insgesamt 496 Milliarden Euro in die energetische Gebäudesanierung, ergab eine kleine Anfrage der FDP an die Bundesregierung. Daniel Föst, wohnungspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, brandmarkt daher gegenüber FOCUS Online die bisherige Politik: „Die Bundesregierung verbrennt Milliarden völlig wirkungslos im Klimaschutz. Die Kosten für diese verfehlte Politik tragen die Mieter. Die GroKo hat nur Geld, Zeit und Vertrauen verschwendet.“

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